• Seelenworte

      Seelenworte zum Ende des Kirchenjahres

      „Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit

      und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und

      fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. Doch

      du tust deine Augen auf über einem solchen, dass du

      mich vor dich ins Gericht ziehst.

      Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen?

      Auch nicht einer!

      Sind seine Tage bestimmt, steht die Zeit seiner Monde

      bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht

      überschreiten kann:

      so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat,

      bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein

      Tagelöhner freut.“  (Hiob 14, 1-6)

       

      Seele senden

      Auf Durchlass

      der Seele senden

      bereit

      zu empfangen

      durch die Ritzen des Alltags

      Gegebenes


      Himmel still

      Als stünde der Himmel

      still

      dem Fingerzeig der Bäume

      ausgesetzt

      deine Deutung erwarten

      ohne Himmel

      wurzellos

      aufrechten Ganges


      Leere Fenster

      Das Dorf fällt

      in seine Häuser

      die Blätter farbenfroh

      locken kein Leben heraus

      die Farben des Abschieds

      steigen in leere Fenster


      Die Woche

      Die Woche eilt

      zu sich selbst

      und wartet vergebens

      es muss einer Kommando geben

      dass die Zeit läuft

      wenn es sie gibt


      Der Herbst

      Der Herbst

      zieht Atem ein

      den Sommer auszublasen

      noch flackert

      Erinnerung auf der Haut

      von Sommerluft

      zwei Monde knapp

      vorm letzten Advent

      wahrlich

      Sehnsucht

      braucht Kraft

      dem Abschied entrissen

      und die Häuser

      sammeln das Leben

      das übrig bleibt

      lange bleiben

      die Füße verhüllt

      Hände in Schuhen verpackt

      es geht voran

      weiter die Welt

      ohne Hand und Fuß

      geliehene Ordnung

      verordnet der Zeit

      dem Leben geschuldet


      Welke Kleider

      Welke Kleider

      mir der Herbst tauscht

      Oktoberluft gereinigt

      Farben trösten

      das nahende Ende

      weg

      Blätter bewerfen

      das letzte Grün

      mit Sterben

      Die Elster

      sitzt arglos

      auf dem Tod

      die Leitung

      wippt im Takt

      ihres Aufbruchs

      Krähen tauchen

      den Nüssen nach

      sie ernten den Fall

      und ich beginne

      die Winterweste zu bewohnen

      die Ärmel sind länger

      geworden

      übers Jahr


      Regen beeilt

      Regen beeilt

      sich

      das Haus

      bewirft

      mit Ziegeln

      sein Fallen

      das Glasdach

      gebiert

      Streifenbäche

      und spricht

      die Sprache

      des Regens

      trocken mein Sitz

      im

      Hören und Sehen

      und der Boden trinkt

      das Spüren

      mit Gefühl

      ringsum

      rüstet die Erde

      mit Sterben

      zu sich

      „Unser keiner lebt sich selber,

      und keiner stirbt sich selber.

      Leben wir, so leben wir dem Herrn;

      sterben wir, so sterben wir dem Herrn.

      Darum wir leben oder sterben,

      so sind wir des Herrn.

      Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden,

      dass er über Tote und Lebende Herr sei.“

                                                                                 (Römer 14, 7-9)

       

       

       

      Zufrieden

      Zufrieden

      die Erde dem Himmel

      hält

      ihren Grund

      entgegen

      zu trinken

      vom Leben.

      Getroffen die Blätter

      nicken

      ihr „Ja“

      dem Ende entgegen.

      Regen

      verschwimmt

      das Laute

      der Welt

      in sanftes

      Geräusch

      dem Leben

      Gebot zu geben:

      Nimm und schweige

      dein Einverstanden

      Seelenworte

      Seelenworte zum Ende des Kirchenjahres

      „Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit

      und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und

      fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. Doch

      du tust deine Augen auf über einem solchen, dass du

      mich vor dich ins Gericht ziehst.

      Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen?

      Auch nicht einer!

      Sind seine Tage bestimmt, steht die Zeit seiner Monde

      bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht

      überschreiten kann:

      so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat,

      bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein

      Tagelöhner freut.“  (Hiob 14, 1-6)

       

      Seele senden

      Auf Durchlass

      der Seele senden

      bereit

      zu empfangen

      durch die Ritzen des Alltags

      Gegebenes


      Himmel still

      Als stünde der Himmel

      still

      dem Fingerzeig der Bäume

      ausgesetzt

      deine Deutung erwarten

      ohne Himmel

      wurzellos

      aufrechten Ganges


      Leere Fenster

      Das Dorf fällt

      in seine Häuser

      die Blätter farbenfroh

      locken kein Leben heraus

      die Farben des Abschieds

      steigen in leere Fenster


      Die Woche

      Die Woche eilt

      zu sich selbst

      und wartet vergebens

      es muss einer Kommando geben

      dass die Zeit läuft

      wenn es sie gibt


      Der Herbst

      Der Herbst

      zieht Atem ein

      den Sommer auszublasen

      noch flackert

      Erinnerung auf der Haut

      von Sommerluft

      zwei Monde knapp

      vorm letzten Advent

      wahrlich

      Sehnsucht

      braucht Kraft

      dem Abschied entrissen

      und die Häuser

      sammeln das Leben

      das übrig bleibt

      lange bleiben

      die Füße verhüllt

      Hände in Schuhen verpackt

      es geht voran

      weiter die Welt

      ohne Hand und Fuß

      geliehene Ordnung

      verordnet der Zeit

      dem Leben geschuldet


      Welke Kleider

      Welke Kleider

      mir der Herbst tauscht

      Oktoberluft gereinigt

      Farben trösten

      das nahende Ende

      weg

      Blätter bewerfen

      das letzte Grün

      mit Sterben

      Die Elster

      sitzt arglos

      auf dem Tod

      die Leitung

      wippt im Takt

      ihres Aufbruchs

      Krähen tauchen

      den Nüssen nach

      sie ernten den Fall

      und ich beginne

      die Winterweste zu bewohnen

      die Ärmel sind länger

      geworden

      übers Jahr


      Regen beeilt

      Regen beeilt

      sich

      das Haus

      bewirft

      mit Ziegeln

      sein Fallen

      das Glasdach

      gebiert

      Streifenbäche

      und spricht

      die Sprache

      des Regens

      trocken mein Sitz

      im

      Hören und Sehen

      und der Boden trinkt

      das Spüren

      mit Gefühl

      ringsum

      rüstet die Erde

      mit Sterben

      zu sich

      „Unser keiner lebt sich selber,

      und keiner stirbt sich selber.

      Leben wir, so leben wir dem Herrn;

      sterben wir, so sterben wir dem Herrn.

      Darum wir leben oder sterben,

      so sind wir des Herrn.

      Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden,

      dass er über Tote und Lebende Herr sei.“

                                                                                 (Römer 14, 7-9)

       

       

       

      Zufrieden

      Zufrieden

      die Erde dem Himmel

      hält

      ihren Grund

      entgegen

      zu trinken

      vom Leben.

      Getroffen die Blätter

      nicken

      ihr „Ja“

      dem Ende entgegen.

      Regen

      verschwimmt

      das Laute

      der Welt

      in sanftes

      Geräusch

      dem Leben

      Gebot zu geben:

      Nimm und schweige

      dein Einverstanden